Leistung

Siebträger entkalken lassen — professionell, kein Essig

Wir entkalken Boiler, Wärmetauscher und Leitungen mit zertifizierten Mitteln — kein Essig, keine Bastlerei, nach jedem Eingriff Drucktest und Wassertest.

Siebträger entkalken lassen — warum das in Berlin Pflicht ist

Berlin hat hartes Wasser. Je nach Bezirk liegt der Härtegrad zwischen 14 und 24 deutschen Härtegraden — Mitte und Prenzlauer Berg pendeln um 17 bis 19, Spandau und Tempelhof Richtung 22 bis 24, das ist im Vergleich zu Hamburg oder Köln deutlich härter. Wer eine Siebträgermaschine ohne Filter betreibt, hat nach 12 bis 18 Monaten weiße Krusten im Boiler, verengte Leitungen, einen Wärmetauscher, der nicht mehr ordentlich Wärme überträgt, und einen Pumpenverschleiß, der schneller wird als nötig.

Wir entkalken professionell — und zwar so, dass danach wirklich nichts mehr drin ist. Keine Hausmittel, keine Bastlerei, kein "drei mal mit Essig durchgespült und gut ist". Und wir reparieren alle Siebträger, egal ob Heim-Mara X mit 2 Jahren Geschichte oder Faema E61 mit drei Jahrzehnten auf dem Buckel.

Warum Entkalkung mehr ist als "Wasser schmecken"

Kalk im System macht vier Dinge gleichzeitig kaputt:

  1. Wärmeübertragung im Wärmetauscher fällt — Brühtemperatur wird unterschritten, Espresso schmeckt sauer und unterextrahiert
  2. Heizelement muss länger heizen für gleiche Temperatur — Stromverbrauch steigt, irgendwann brennt die Heizpatrone durch
  3. Leitungsquerschnitt wird enger — Pumpe muss mehr arbeiten, Druck-Charakteristik ändert sich, OPV-Justage stimmt nicht mehr
  4. Magnetventile verkalken im Sitz und schließen nicht mehr dicht — Tropfen, Druckverluste, irgendwann Komplettausfall

Eine ungewartete Maschine in Berlin verbraucht nach 3 Jahren typischerweise 15 bis 25 % mehr Strom, hat 10 bis 15 % weniger Brühtemperatur am Puck und braucht in Jahr 4 oder 5 eine Magnetventil-Reparatur, die mit professioneller Entkalkung nicht angefallen wäre.

Mechanisch vs. chemisch — wann was

Methode Wann angemessen Aufwand Risiko
Chemisch komplett Standardfall, Maschine in regelmäßiger Wartung 3-5 h Werkstatt Gering bei richtigem Mittel
Chemisch mit Endoskop-Kontrolle Stark verkalkt, Erstinspektion 4-6 h Werkstatt Gering
Mechanisch (Boiler-Demontage) Verkalkung über 5+ Jahre, chemisch reicht nicht 6-10 h Werkstatt Erhöht (Dichtungen, Schraubverbindungen)
Komplett-Zerlegung mit Neuaufbau Vintage-Restauration, Kupferleitungen prüfen 1-3 Werktage Hoch (Bauteile-Verfügbarkeit)

Was wir routinemäßig machen: chemisch mit Endoskop-Vorkontrolle. Wir sehen rein, bewerten den Verkalkungsgrad (leicht / mittel / stark / kritisch), setzen das Mittel entsprechend an, spülen ausgiebig, kontrollieren nochmal mit Endoskop. Wenn nach chemischer Behandlung noch Reste sichtbar sind, gehen wir mechanisch nach.

Welche Mittel — und was wir nicht verwenden

Empfohlen und im Einsatz:

  • Cafiza (Urnex) — Sulfaminsäure-basiert, lebensmitteltauglich, hersteller-empfohlen für La Marzocco, ECM, Profitec, Rocket. Standard für Prosumer und Heim.
  • Pulycaff — Italienisches Pendant zu Cafiza, ähnliche Wirkung, in Italien sehr verbreitet, gut für italienische Gastromaschinen (Cimbali, Faema, Nuova Simonelli).
  • Saeco/Philips-Originalentkalker — auf Hersteller-spezifischen Anwendungen, wenn Hersteller-Empfehlung relevant ist
  • Zitronensäure-Industrieentkalker — für Vintage-Maschinen mit Kupferleitungen, milder als Sulfaminsäure
  • Diversey/Ecolab Gastro-Entkalker — für Hochvolumen-Gastro, zertifiziert für Lebensmittelumgebung

Was wir NICHT verwenden und auch nicht empfehlen:

  • Essig oder Essigessenz — greift Kupfer, Messing und Dichtungen an, hinterlässt Geruch und Geschmack
  • Cola, Limonade, Säfte — keine konstante Säurekonzentration, hinterlassen Zuckerrückstände
  • Citric Acid Pulver aus dem Drogeriemarkt — Wirkstoff theoretisch ok, aber Reinheit und Konzentration nicht zertifiziert
  • Salzsäure, Phosphorsäure, Schwefelsäure — viel zu aggressiv, killen Aluminium-Boiler und Dichtungen sofort
  • "Universal-Entkalker für alle Haushaltsgeräte" — meistens viel zu schwach für Espresso-Boiler, oder zu aggressiv mit unzertifizierten Inhaltsstoffen

Intervalle nach Wasserhärte und Filter

  1. Heimmaschine, kein Filter, Berliner Wasser (17-24 dH): Komplett-Entkalkung jährlich
  2. Heimmaschine mit Filter (BWT Bestmax S, Brita Purity C150): Komplett-Entkalkung alle 2-3 Jahre
  3. Heimmaschine mit großem Filter (Bestmax M): Komplett-Entkalkung alle 3-4 Jahre
  4. Gastromaschine, hoher Durchsatz, Filter Bestmax V/Premium: Komplett-Entkalkung alle 2 Jahre, dazwischen jährliche Sichtprüfung
  5. Gastromaschine, ohne Filter: Komplett-Entkalkung halbjährlich (und einen Filter installieren lassen, im Ernst)

In jedem Fall ist die jährliche Wartung die Gelegenheit, den Verkalkungsgrad zu prüfen und zu entscheiden, ob eine Komplett-Entkalkung dieses Jahr fällig ist.

So läuft die Entkalkung ab

  1. Annahme in der Werkstatt oder Abholung in Berlin/BB. Wasserhärte am Aufstellort messen wir mit, falls noch unbekannt.
  2. Endoskop-Vorprüfung durch die Boiler-Öffnungen — Verkalkungsgrad dokumentiert mit Fotos.
  3. Ansetzen des passenden Mittels in passender Konzentration. Maschine wird befüllt, Mittel einwirken lassen.
  4. Boiler-Kreislauf durchlaufen, Brüh- und Dampfboiler getrennt, Wärmetauscher auch.
  5. Spülung mit mindestens 6 Liter Trinkwasser, oft auch 10 Liter. Letzter Spülgang mit pH-Test — Wert muss neutral sein.
  6. Demontage und Sichtprüfung kritischer Bauteile: Magnetventile, OPV, Druckschalter, Sieb in der Pumpe.
  7. Dichtungen tauschen an allen Stellen, die für die Entkalkung geöffnet wurden — sonst leckt's nach drei Wochen.
  8. Aufheizen, Drucktest, Wasserprobe (TDS und pH am Brühkopf-Ausgang).
  9. Übergabe mit Foto-Protokoll vorher/nachher, gemessenen Werten, Empfehlung für den nächsten Termin.

Preise

  • Komplett-Entkalkung als Wartungs-Aufpreis (im Rahmen einer regulären Wartung): +140 Euro
  • Standalone-Entkalkung Heimmaschine (Einkreiser, Zweikreiser): 180 bis 220 Euro
  • Standalone-Entkalkung Heimmaschine (Dualboiler): 220 bis 260 Euro
  • Standalone-Entkalkung Gastromaschine 1-Gruppe: 240 bis 290 Euro
  • Standalone-Entkalkung Gastromaschine 2-Gruppen: 320 bis 420 Euro
  • Mechanische Komplett-Entkalkung mit Boiler-Demontage: ab 380 Euro, je nach Aufwand
  • Vintage-Restauration mit Kupferleitungs-Sanierung: individuell, nach Befund

Werkstattzeit für freie Arbeit ab 99 Euro/h netto, kleiner Wochenend-Zuschlag falls es Samstag werden muss.

Was wir bei Entkalkung nicht machen

  • Keine Schnell-Entkalkung "übers Wochenende" mit Hausmitteln — eine ordentliche Entkalkung braucht Zeit und das richtige Mittel
  • Keine reine Spülung ohne Drucktest danach — wir messen, ob die Dichtungen die Behandlung überstanden haben
  • Keine Entkalkung an Maschinen mit erkennbarem Lochfraß im Boiler — da reden wir über Boilertausch oder Maschinenwechsel
  • Keine "Wir entkalken nur den Brühboiler"-Aktionen — entweder ganz oder gar nicht, Halbentkalkung ist Geldverschwendung

Werkstatt & Anfahrt

Werkstatt Am Dorfanger 6, 16515 Oranienburg, Abholservice für Berlin und BB. Wir reparieren alle Siebträger — und entkalken sie auch, mit den richtigen Mitteln, dokumentiert und garantiert.


Entkalkung anfragen → werkstatt@9bar-studio.de | 030 75 43 73 44

FAQ

Häufige Fragen.
Ehrliche Antworten.

Frage nicht dabei? Ruf an: 030 75 43 73 44

Wie oft muss ich meine Siebträgermaschine entkalken lassen?
Hängt von der Wasserhärte und vom Filter ab. In Berlin liegt die Härte je nach Bezirk zwischen 14 und 24 dH — das ist hart bis sehr hart. Ohne Filter brauchst du jährlich eine Komplett-Entkalkung. Mit Filter (BWT Bestmax, Brita Purity) streckt sich der Intervall auf 2 bis 4 Jahre, abhängig von Filtergröße und Durchsatz. Bei Gastromaschinen mit hohem Durchsatz und gutem Filter: alle 2 Jahre Komplett-Entkalkung, dazwischen jährliche Sicht- und Druckprüfung.
Was kostet eine Komplett-Entkalkung?
Im Wartungspaket: 140 Euro Aufpreis auf die Standardwartung. Standalone (nur Entkalkung, ohne sonstige Wartung): 180 bis 280 Euro je nach Maschine. Untergrenze für Einkreiser, Mittelfeld für Zweikreiser, Obergrenze für Dualboiler oder Gastromaschinen mit Wärmetauscher. Inklusive: Boiler-Demontage, chemische Entkalkung, Spülung, Dichtungswechsel an demontierten Stellen, Drucktest, Wasserprobe nach Entkalkung.
Mechanische oder chemische Entkalkung — was ist besser?
Chemisch bei Heim- und Prosumer-Maschinen, weil Boiler oft schwer zerlegbar sind und chemische Mittel auch in feinen Leitungen ankommen. Mechanisch (Boiler aufmachen, Kalk mechanisch entfernen, ausspülen) bei stark verkalkten Maschinen, wo chemische Reinigung allein nicht mehr reicht — das passiert oft bei Vintage-Maschinen, die 10 Jahre nicht entkalkt wurden. Wir entscheiden nach Inspektion: Sichtprüfung des Boilers (per Endoskop oder nach Demontage) zeigt, was nötig ist.
Welche Mittel verwendet ihr?
Für Heim und Prosumer: Cafiza (Sulfaminsäure-basiert, lebensmitteltauglich, hersteller-empfohlen für La Marzocco, ECM, Profitec) oder Pulycaff. Für Gastromaschinen: zertifizierte Industrie-Entkalker auf Sulfamin- oder Zitronensäure-Basis. Bei sehr alten Maschinen mit Kupferleitungen verwenden wir mildere Mittel auf Zitronensäure-Basis, weil aggressive Säuren Kupfer angreifen. Was wir NICHT verwenden: Essig, Essigessenz, Cola, Citric Acid aus dem Drogeriemarkt — die killen Dichtungen, greifen Kupfer an oder hinterlassen Rückstände.
Warum darf man auf keinen Fall mit Essig entkalken?
Essig (Essigsäure) ist eine schwächere Säure als Sulfaminsäure, braucht also längere Einwirkzeit und höhere Konzentration für gleiche Wirkung. Dabei greift Essig Kupferleitungen, Messingbauteile und vor allem Dichtungen (NBR, Naturkautschuk) an — die werden hart, brüchig und versagen 2 bis 6 Monate später. Außerdem hinterlässt Essig Geruch und Geschmack, die du noch wochenlang im Espresso schmeckst. Wir haben Maschinen auf der Bank gehabt, die nach Essig-Entkalkung Brühkopfdichtungen wechseln mussten, Magnetventile getauscht und einen halben Kessel-Neuaufbau — das ist teurer als 10 Jahre professionelle Entkalkung.
Wie läuft eine Komplett-Entkalkung bei euch ab?
Schritt 1: Maschine annehmen, Wasserhärte vor Ort messen, Verkalkungsgrad per Sicht- und Endoskop-Prüfung dokumentieren. Schritt 2: Mittel ansetzen (typisch 50 bis 100 g pro Liter Wasser, Hersteller-Empfehlung). Schritt 3: Boiler füllen, Mittel einwirken lassen (30 bis 90 Minuten je nach Verkalkung). Schritt 4: Komplettes Durchspülen — Brühboiler, Wärmetauscher, alle Leitungen, mindestens 6 Liter Spülwasser. Schritt 5: Dichtungen prüfen, an demontierten Stellen tauschen. Schritt 6: Aufheizen, Drucktest, Brühwasser-Probe (pH, TDS). Dauer 3 bis 5 Stunden Werkstattzeit, Rückgabe meist am Folgetag.
Lohnt sich Entkalkung bei einer alten verkalkten Maschine noch?
Bei Premium-Maschinen (La Marzocco, ECM, Rocket, Profitec, Cimbali, Faema) fast immer ja — die Kessel sind aus dickwandigem Messing oder Kupfer und vertragen viele Entkalkungs-Zyklen. Bei No-Name-Maschinen mit Aluminium-Boilern wird's eng: starke Verkalkung über 5+ Jahre hat oft schon Lochfraß im Aluminium hinterlassen, da hilft Entkalkung nicht mehr. Wir machen eine Voruntersuchung mit Endoskop und sagen ehrlich: lohnt sich oder lohnt sich nicht. Du zahlst nicht 250 Euro Entkalkung an einer Maschine, die danach trotzdem leckt.
Notdienst · Gastronomie

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