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Pre-Infusion erklärt — warum Slayer und La Marzocco anders extrahieren

Vor dem 9-bar-Shot kommt die Pre-Infusion. Hier alles zu E61-Vakuum, Slayer-Lever, La-Marzocco-Paddle — und was das geschmacklich wirklich bringt.

TL;DR

Pre-Infusion ist die Vor-Befeuchtung des Kaffee-Pucks mit niedrigem Druck (1-4 bar) für 3-15 Sekunden, bevor der eigentliche 9-bar-Shot startet. Wirkung: Channeling-Reduktion, gleichmäßigere Extraktion, höhere Toleranz gegen Mahlgrad-Schwankungen. Drei Hauptbauarten: passiv (E61-Brühgruppe, Wasser staut konstruktiv vor dem Puck), aktiv-Lever (Slayer mit Pre-Brew-Nadelventil-Hebel), aktiv-Paddle (La Marzocco GS3 MP / Strada MP / Linea PB MP mit mechanischem Paddle pro Gruppe). Geschmacklicher Effekt: deutlich spürbar bei hellen Specialty-Röstungen, kleiner bei klassisch italienischen dunklen Röstungen. Justage in der Werkstatt: Nadelventil-Einstellung Slayer, Paddle-Mechanik LM, Druckreduzier-Ventil E61.

Was Pre-Infusion ist

Definition: Pre-Infusion ist die Phase vor dem Haupt-Shot, in der der Kaffeepuck mit reduziertem Druck (typisch 1-4 bar) oder reduziertem Wasserfluss (1-3 g/Sek) befeuchtet wird, bevor die Pumpe auf 9 bar hochfährt.

Dauer: 3-15 Sekunden, je nach Maschine und Brewing-Stil. Bei klassischer Profilierung gehen Champions-Profile auch auf 20-30 Sekunden Pre-Infusion mit sehr niedrigem Druck.

Ziel: 1. Puck gleichmäßig befeuchten, bevor 9 bar darauf einwirken 2. CO₂ aus frisch gerösteten Bohnen kontrolliert entweichen lassen 3. Mikroskopische Kanäle (Channeling-Wege) durch Quellung schließen 4. Mahlgrad-Toleranz erweitern

Wer Espresso nur als "9 bar drücken" versteht, übersieht die wichtigste Phase. Die ersten Sekunden des Shots entscheiden über Extraktions-Gleichmäßigkeit — und damit über Aroma-Klarheit.

Warum sie funktioniert: Channeling-Reduktion

Channeling ist der Albtraum jeder Espresso-Extraktion: Wasser sucht den Weg geringsten Widerstands durch den Puck. Wenn der Puck minimal ungleichmäßig gepresst ist (passiert bei jedem realen Tampen), entstehen mikroskopische Risse oder Verdichtungs-Unterschiede. Das Wasser flutet diese Risse, der Großteil des Pucks bleibt unter-extrahiert, ein kleiner Anteil über-extrahiert. Geschmack: gleichzeitig sauer und bitter, dünne Crema.

Ohne Pre-Infusion: 9 bar treffen schlagartig auf einen trockenen, ungleichmäßigen Puck. Wo Schwachstellen sind, bricht das Wasser sofort durch — Channeling startet.

Mit Pre-Infusion: 2 bar treffen auf trockenen Puck, Wasser sickert langsam, Puck quillt um etwa 10-15 %, schließt mikroskopische Risse von innen heraus. Wenn dann 9 bar kommen, ist der Puck eine gleichmäßig durchfeuchtete Filter-Matrix.

Sichtbarer Effekt: Mit guter Pre-Infusion fließt der Shot anfangs in einem einzelnen geschmeidigen Strom (statt mit Spritzern), Crema bildet sich dichter, Farbe geht von einem honiggelben zum kupferroten Verlauf.

Die drei Bauarten von Pre-Infusion

Bauart Mechanismus Beispiele Druckverlauf
Passiv konstruktive Stau-Kammer in Brühgruppe E61 (Faema, ECM, Rocket, Profitec) natürlicher Anstieg von 0 auf 9 bar über 3-5 s
Aktiv-Lever mechanischer Hebel mit Nadelventil Slayer Single Group, Slayer V3 manuell gesteuert, oft Pre-Brew bei 1-2 g/s
Aktiv-Paddle mechanisches Brühpaddle pro Gruppe La Marzocco GS3 MP, Strada MP, Linea PB MP, Linea Mini Pro manuell gesteuert, Pre-Infusion 3-4 bar
Aktiv-Elektronisch programmiertes Magnetventil Slayer Steam EE, Linea PB AV programmiert, Lelit Bianca V3 programmierter Druck-/Flow-Verlauf

E61: passive Pre-Infusion durch Vakuum-Kammer

Die E61-Brühgruppe (mehr Details in unserem E61-Guide) hat konstruktiv eingebaute passive Pre-Infusion:

Wie es funktioniert

  1. Hebel hochziehen → Magnetventil öffnet zwischen Wärmetauscher und Brühkammer
  2. Wasser strömt mit Leitungsdruck (1,5-4 bar je nach Hauswasser) in die Brühkammer
  3. Pumpe ist noch nicht eingeschaltet (Hebel-Stellung "auf 1")
  4. Brühkammer füllt sich mit Wasser, Puck wird benetzt
  5. Druck baut sich gegen den Puck auf, der dem Wasser Widerstand leistet
  6. Pumpe schaltet ein (Hebel-Stellung "ganz oben"), Druck steigt auf 9 bar

Dauer und Druckverlauf

  • Dauer Pre-Infusion: 3-7 Sekunden, abhängig vom Hauswasser-Druck und Puck-Widerstand
  • Druck Pre-Infusion: identisch mit Hauswasser-Druck nach Druckminderer (typisch 2-4 bar)
  • Übergang in 9-bar-Hauptphase: graduell, etwa 1-2 Sekunden Hochlauf

Tank-Maschinen vs. Festwasser-E61

  • Festwasser-E61: echte passive Pre-Infusion durch Leitungsdruck — funktioniert sauber
  • Tank-E61 mit Vibrationspumpe: keine echte passive Pre-Infusion, weil Pumpe direkt startet. Hilfsweise gibt es Pre-Infusion-Kits (Akku-Speicher / Pre-Infusion-Tank für E61) — Werkstatt-Nachrüstung etwa 180-340 € inklusive Einbau

Justage

  • Druckreduzier-Ventil am Festwasser-Zulauf einstellen: typisch 2,5-3,5 bar Pre-Infusion-Druck
  • Wenn zu hoch (>4 bar): Pre-Infusion zu aggressiv, Puck-Quellung zu stark
  • Wenn zu niedrig (<1,5 bar): Pre-Infusion-Effekt verschwindet, Puck wird nicht durchfeuchtet
  • Werkstatt-Einstellung mit Scace-Tool im jährlichen Service

Slayer: Pre-Brew-Lever mit Nadelventil

Die Slayer Single Group (und Slayer V3, Steam-Variante) hat ein Alleinstellungsmerkmal: einen Brühpaddle pro Gruppe mit drei Positionen und ein justierbares Nadelventil für die Pre-Brew-Phase.

Aufbau Slayer-Brühpaddle

  • Position 1 (Pre-Brew): Nadelventil offen mit eingestelltem Durchfluss (typisch 1-3 g/Sek), Druck baut sich nicht auf — reine Flow-Limitierung
  • Position 2 (Brew): voller Pumpendruck 9 bar
  • Position 3 (Off): Drainage

Pre-Brew vs. Pre-Infusion

Slayer unterscheidet bewusst:

  • Pre-Brew = Flow-limitierte Phase, niedriger Wasser-Durchfluss, kein hoher Druck-Aufbau
  • Pre-Infusion = bei Slayer in der Praxis austauschbar verwendet, aber technisch das gleiche

Der Effekt: Puck wird langsam mit kleinen Mengen Wasser besprüht, ohne dass Druck aufgebaut wird. Bei hellen Specialty-Röstungen erlaubt das längere Pre-Brew-Phasen (15-30 Sekunden), in denen das Wasser durch den Puck "fließt" statt gepresst wird — sehr aromatisch.

Slayer-Brewing-Style

Typisches Slayer-Profil: - 15-20 Sekunden Pre-Brew mit 1,5-2,5 g/Sek - Schalter auf Brew, 25-30 Sekunden 9-bar-Hauptphase - Gesamtshot 40-50 Sekunden

Bei klassischem 9-bar-Profil wäre der Shot 25-30 Sekunden. Slayer-Stil verlängert bewusst durch Pre-Brew-Phase.

Justage Slayer

  • Nadelventil pro Gruppe einstellbar mit Werkzeug
  • Standard-Einstellung 2 g/Sek, justierbar zwischen 1 und 4 g/Sek
  • Nadelventil-Service nach 4-7 Jahren empfohlen (Verschleiß der Nadel-Spitze)
  • Werkstatt-Justage mit Flow-Meter und Stoppuhr, ab 120 €

La Marzocco: Mechanical Paddle und elektronische Steuerung

La Marzocco bietet Pre-Infusion in mehreren Varianten:

Mechanical Paddle (MP) — GS3 MP, Strada MP, Linea PB MP, Linea Mini Pro

  • Mechanisches Paddle pro Gruppe
  • Position 1: Pre-Infusion mit reduziertem Druck (typisch 3-4 bar) durch einen Druckminderer im Pre-Infusion-Kreis
  • Position 2: volle Pumpendruck 9 bar
  • Position 3: Stop / Drainage
  • Vorteil: volle Brühkontrolle, sehr feinjustierbar, Specialty-Champion-Wahl
  • Nachteil: barista-abhängig, mehr Wartung der Paddle-Mechanik

Elektronisch programmierte Pre-Infusion — AV-Varianten

  • Magnetventil schaltet Pumpe in der Pre-Infusion-Phase nicht ein
  • Wasser strömt nur mit Leitungsdruck (Festwasser) — passiv-elektronisch
  • Programmierbare Dauer (Sekunden) und Ein-/Ausschalten pro Taste
  • Vorteil: konsistent, automatisch
  • Nachteil: weniger feinjustierbar als MP

Beispiel-Profil GS3 MP

  1. Bohnen mahlen, Puck einlegen
  2. Paddle auf Position 1 (Pre-Infusion), 8 Sekunden
  3. Paddle auf Position 2 (volle 9 bar), 22 Sekunden
  4. Paddle auf Position 3 (Stop)
  5. Gesamtshot: 30 Sekunden, 18 g in 38 g

Justage La Marzocco

  • Pre-Infusion-Druck durch internes Druckreduzier-Ventil einstellbar (3-4 bar Standard, justierbar 2-5 bar)
  • Paddle-Mechanik mit Drehlagern, alle 5-7 Jahre Service
  • AV-Variante: Pre-Infusion-Sekunden im Display programmieren
  • Werkstatt-Justage Teil der Jahres-Wartung Linea PB MP

Welche Maschinen können was

Maschine Pre-Infusion-Typ Justierbar? Werkstatt-Note
Rancilio Silvia keine nein klassischer 9-bar-Schock-Start
Gaggia Classic Pro keine nein klassisch ohne PI
ECM Classika E61-passiv (Festwasser) über Druckminderer Festwasser-Modus aktivieren
ECM Synchronika E61-passiv, optional Flow-Control-Mod Druckminderer, Mod-Paddle Specialty-Heim-Setup mit Mod sehr beliebt
Profitec Pro 600/700 E61-passiv Druckminderer Standard
Profitec Pro 800 / Pro 700 Manual Flow Control E61-passiv plus mechanischer Flow-Paddle ja, Paddle und Druckminderer Specialty-Heim, sehr feinjustierbar
Rocket Appartamento, Mozzafiato E61-passiv (Festwasser-Option) über Druckminderer klassisch
Rocket R58 / R Cinquantotto E61-passiv Druckminderer Standard
Lelit Mara X E61-passiv, kein Paddle Druckminderer Heim-Klassiker
Lelit Bianca V3 E61-passiv plus mechanischer Flow-Paddle ja, Flow-Paddle und Druck Specialty-Champion im Heim
Bezzera Magica, Strega E61-passiv (Strega: Hebel-Maschine, andere PI) über Druckminderer klassisch
La Marzocco Linea Mini elektronisch programmierbar (Standard) oder MP (Linea Mini Pro) ja Specialty-Standard im Heim
La Marzocco GS3 AV elektronisch programmierbar Sekunden im Display Standard
La Marzocco GS3 MP mechanisches Paddle voll Specialty-Champion-Wahl Heim
La Marzocco Linea PB AV elektronisch programmierbar Sekunden im Display Specialty-Gastro-Standard
La Marzocco Linea PB MP mechanisches Paddle pro Gruppe voll Top-Specialty-Gastro
La Marzocco Strada EP programmierbares Druck-Profil voll programmierbar High-End Specialty
Slayer Single Group / V3 mechanisches Paddle mit Nadelventil voll Slayer-Stil-Setup
Modbar AV Pressure programmierbares Druck-Profil voll High-End Untertheke
Nuova Simonelli Aurelia Wave elektronisch ja Gastro-Standard
La Cimbali M100i / M200 elektronisch ja Gastro-Standard
Faema E71 elektronisch oder mechanisch (Variante) je nach Spec Gastro-Premium

Justage in der Werkstatt

Pre-Infusion ist eines der typischsten Tuning-Themen in der Werkstatt. Was wir machen:

E61-Festwasser-Pre-Infusion-Justage

  • Druckminderer am Festwasser-Eingang einstellen (typisch Caleffi oder Watts)
  • Standard-Bereich: 2,5-3,5 bar
  • Messung mit externem Manometer am Brühkopf während Pre-Infusion-Phase
  • Wenn Tank-Betrieb: passive Pre-Infusion-Kit (Pre-Infusion-Akku-Speicher) nachrüsten — Material 80-180 €, Einbau 90-140 €

La Marzocco Pre-Infusion Justage

  • Internes Druckreduzier-Ventil prüfen (3-4 bar Standard)
  • Bei MP-Varianten: Paddle-Mechanik prüfen, Drehlager bei Knack-Geräuschen tauschen (alle 5-7 Jahre)
  • Bei AV-Varianten: Pre-Infusion-Sekunden im Service-Menü programmieren
  • Werkstatt-Termin im Jahres-Service inklusive, standalone ab 95 €

Slayer Nadelventil Service

  • Nadelventil-Spitze auf Verschleiß sichten
  • Flow-Test mit Waage und Stoppuhr (Standard 2 g/Sek einstellen)
  • Bei Verschleiß: Nadelventil-Tausch, Material 145 €, Werkstatt-Arbeit 60 Min
  • Slayer-Service standalone 180-240 € pro Gruppe

Flow-Control-Paddle-Nachrüstung E61

  • Möglich bei Profitec Pro 600/700, ECM Synchronika, Quick Mill Andreja, Bezzera Duo
  • Material: Mahlkönig Flow-Control-Set oder Faemina Paddle 180-280 €
  • Einbau: 90-180 € je nach Maschine
  • Wirkung: aktive Flow-Steuerung statt nur passive E61-PI

Lelit Bianca Pre-Infusion und Flow

  • Standardmäßig mit Flow-Paddle und Pre-Infusion-Konstruktion ausgestattet
  • Justage hauptsächlich Software (Bianca V3 App)
  • Mechanik-Service alle 4-5 Jahre — Paddle-Mechanik, Druckminderer prüfen

Geschmacklicher Effekt — was du wirklich schmeckst

Mit Pre-Infusion vs. ohne (gleicher Puck, gleicher Mahlgrad)

Aspekt Ohne Pre-Infusion Mit Pre-Infusion (3 bar, 8 Sek)
Anfangsfluss Spritzer, ungleichmäßig gleichmäßiger Strom
Crema mittel-dicht, oft fleckig dichter, gleichmäßiger Schaum
Säure-Klarheit mittel, manchmal sauer-bitter-Mix klar trennbar
Süße / Mittelphase je nach Mahlgrad ok ausgeprägter
Bitterkeit bei Channeling sofort spürbar reduziert
Aroma-Tiefe Standard spürbar tiefer und länger
Konsistenz Shot zu Shot hohe Streuung deutlich geringere Streuung

Wann der Effekt groß ist

  • Helle Specialty-Röstungen mit hoher Mahlgrad-Empfindlichkeit
  • Sehr feine Siebe (15-22 g VST)
  • Gewerbliche Setups mit wechselnden Baristi
  • Brewing by Weight ohne Tamping-Routine

Wann der Effekt klein ist

  • Klassisch italienisch dunkle Röstungen
  • Konsistenter Solo-Brauer mit Routine
  • Standard-Siebe und mittlere Pucks

Was die Werkstatt 9bar Studio macht

  • Pre-Infusion-Justage als Teil der Jahres-Wartung inklusive
  • Pre-Infusion-Kit-Nachrüstung für E61-Tank-Maschinen: ab 280 € komplett
  • Flow-Control-Paddle-Mod für ECM, Profitec, Quick Mill, Bezzera: 220-480 €
  • Slayer-Nadelventil-Service: 180-240 €
  • La Marzocco MP-Paddle-Service: 145-220 € pro Gruppe
  • Druckkalibrierung Pre-Infusion und Hauptphase mit Scace-Tool: 95 € standalone

Tuning- oder Service-Termin anfragen oder direkt Wartung buchen.

FAQ

Brauche ich Pre-Infusion für guten Espresso?

Nein. Ein klassischer italienischer Espresso aus einer alten La Cimbali oder Faema ohne explizite Pre-Infusion kann hervorragend sein, weil die Mahlung und der Puck-Aufbau Channeling von vornherein verhindern. Pre-Infusion hilft besonders bei (a) hellen Specialty-Röstungen mit hoher Mahlgrad-Empfindlichkeit, (b) sehr feinen Sieben (15-22 g VST), (c) ungleichmäßigen Pucks bei mehreren Baristi. Ein Bonus, kein Pflicht.

Was passiert genau bei der Pre-Infusion physikalisch?

Wasser strömt mit niedrigem Druck (1-4 bar statt 9 bar) in die Brühkammer, benetzt den verdichteten Kaffee-Puck gleichmäßig und gibt dem CO2 in den Bohnen Zeit zu entweichen. Der Puck quillt um etwa 10-15 % und schließt mikroskopische Kanäle. Wenn dann die Hauptphase mit 9 bar startet, fließt das Wasser durch einen vorgespannten, gleichmäßig durchfeuchteten Puck — Channeling wird signifikant reduziert.

Wie lange sollte die Pre-Infusion sein?

Standard 4-10 Sekunden für klassische Pucks, 8-15 Sekunden für helle Specialty-Röstungen mit Slayer-Stil-Profilen. Bei E61-Passive-Pre-Infusion sind es konstruktiv etwa 3-5 Sekunden. Über 20 Sekunden Pre-Infusion gehört in Champions-Profile, weil Aroma-Verschleppung droht (Säuren extrahieren schon).

Kann ich Pre-Infusion an meiner Maschine nachrüsten?

Bei E61-Maschinen mit Festwasser-Anschluss und entsprechendem Druck-Reduzier-Ventil ist passive Pre-Infusion oft schon eingebaut. Aktive Pre-Infusion-Nachrüstung gibt es für Lelit Bianca (mechanischer Paddle), für E61-Maschinen mit Quick-Mill- oder Bricoletta-Pre-Infusion-Kit (180-340 €), und für Profitec/ECM mit Flow-Control-Paddle-Mod (220-480 € inklusive Einbau). Werkstatt-Termin nötig.

Was ist der Unterschied Pre-Infusion vs. Pre-Brew?

Bei Slayer und Modbar wird explizit zwischen Pre-Brew und Pre-Infusion unterschieden. Pre-Brew bedeutet sehr niedriger Wasserfluss (1-2 g/Sek), der den Puck nur sättigt — keine echte Druck-Pre-Infusion. Pre-Infusion ist Druck-basiert (1-4 bar). In der La-Marzocco-Welt wird der Begriff Pre-Infusion meistens für Druck verwendet, in der Slayer-Welt für Flow. Praktisch beides ähnlich, technisch unterschiedlich.

Hat eine GS3 MP Pre-Infusion?

Ja, mit Mechanical Paddle steuerbar. Der Barista zieht das Paddle in Position 1 (Pre-Infusion mit reduziertem Druck, typisch 3-4 bar) — Wasser strömt durch ein Nadelventil. Nach 6-15 Sekunden Position 2 (volle 9 bar). Position 3 stoppt. Sehr flexible Brühkontrolle, Specialty-Champion-Wahl. Die AV-Variante der GS3 hat nur elektronisch geschaltete Pre-Infusion, nicht so feinjustierbar.

Was bringt Pre-Infusion in der Gastro?

Konsistenz. Bei 100-200 Shots pro Tag mit wechselnden Baristi ist Mahlung und Puck-Aufbau ungleichmäßig — Pre-Infusion gleicht das aus. Berliner Specialty-Cafés (Bonanza, Barn, Five Elephant) setzen daher mehrheitlich auf MP-Varianten oder Slayer-Modelle. Für eine klassische italienische Bar mit konstantem Setup bringt Pre-Infusion weniger Mehrwert.


Pre-Infusion-Justage oder Flow-Control-Mod anfragenTuning und Restauration oder Wartung.

Werkstatt 9bar Studio, Am Dorfanger 6, 16515 Oranienburg. werkstatt@9bar-studio.de · 030 75 43 73 44

Werkstatt-Stundensatz ab 99 €/h netto, kleiner Wochenend-Zuschlag.

FAQ

Häufige Fragen.
Ehrliche Antworten.

Frage nicht dabei? Ruf an: 030 75 43 73 44

Brauche ich Pre-Infusion für guten Espresso?
Nein. Ein klassischer italienischer Espresso aus einer alten La Cimbali oder Faema ohne explizite Pre-Infusion kann hervorragend sein, weil die Mahlung und der Puck-Aufbau Channeling von vornherein verhindern. Pre-Infusion hilft besonders bei (a) hellen Specialty-Röstungen mit hoher Mahlgrad-Empfindlichkeit, (b) sehr feinen Sieben (15-22 g VST), (c) ungleichmäßigen Pucks bei mehreren Baristi. Ein Bonus, kein Pflicht.
Was passiert genau bei der Pre-Infusion physikalisch?
Wasser strömt mit niedrigem Druck (1-4 bar statt 9 bar) in die Brühkammer, benetzt den verdichteten Kaffee-Puck gleichmäßig und gibt dem CO2 in den Bohnen Zeit zu entweichen. Der Puck quillt um etwa 10-15 % und schließt mikroskopische Kanäle. Wenn dann die Hauptphase mit 9 bar startet, fließt das Wasser durch einen vorgespannten, gleichmäßig durchfeuchteten Puck — Channeling wird signifikant reduziert.
Wie lange sollte die Pre-Infusion sein?
Standard 4-10 Sekunden für klassische Pucks, 8-15 Sekunden für helle Specialty-Röstungen mit Slayer-Stil-Profilen. Bei E61-Passive-Pre-Infusion sind es konstruktiv etwa 3-5 Sekunden. Über 20 Sekunden Pre-Infusion gehört in Champions-Profile, weil Aroma-Verschleppung droht (Säuren extrahieren schon).
Kann ich Pre-Infusion an meiner Maschine nachrüsten?
Bei E61-Maschinen mit Festwasser-Anschluss und entsprechendem Druck-Reduzier-Ventil ist passive Pre-Infusion oft schon eingebaut. Aktive Pre-Infusion-Nachrüstung gibt es für Lelit Bianca (mechanischer Paddle), für E61-Maschinen mit Quick-Mill- oder Bricoletta-Pre-Infusion-Kit (180-340 €), und für Profitec/ECM mit Flow-Control-Paddle-Mod (220-480 € inklusive Einbau). Werkstatt-Termin nötig.
Was ist der Unterschied Pre-Infusion vs. Pre-Brew?
Bei Slayer und Modbar wird explizit zwischen Pre-Brew und Pre-Infusion unterschieden. Pre-Brew bedeutet sehr niedriger Wasserfluss (1-2 g/Sek), der den Puck nur sättigt — keine echte Druck-Pre-Infusion. Pre-Infusion ist Druck-basiert (1-4 bar). In der La-Marzocco-Welt wird der Begriff Pre-Infusion meistens für Druck verwendet, in der Slayer-Welt für Flow. Praktisch beides ähnlich, technisch unterschiedlich.
Hat eine GS3 MP Pre-Infusion?
Ja, mit Mechanical Paddle steuerbar. Der Barista zieht das Paddle in Position 1 (Pre-Infusion mit reduziertem Druck, typisch 3-4 bar) — Wasser strömt durch ein Nadelventil. Nach 6-15 Sekunden Position 2 (volle 9 bar). Position 3 stoppt. Sehr flexible Brühkontrolle, Specialty-Champion-Wahl. Die AV-Variante der GS3 hat nur elektronisch geschaltete Pre-Infusion, nicht so feinjustierbar.
Was bringt Pre-Infusion in der Gastro?
Konsistenz. Bei 100-200 Shots pro Tag mit wechselnden Baristi ist Mahlung und Puck-Aufbau ungleichmäßig — Pre-Infusion gleicht das aus. Berliner Specialty-Cafés (Bonanza, Barn, Five Elephant) setzen daher mehrheitlich auf MP-Varianten oder Slayer-Modelle. Für eine klassische italienische Bar mit konstantem Setup bringt Pre-Infusion weniger Mehrwert.
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